ACROSS BORDERS

Grenzen überschreiten

Internationale Konferenz

Montag10. Juli 2017
Duisburg, Lehmbruck Museum


Die Internationale Konferenz ACROSS BORDERS fand am 10. Juli 2017 von 10 bis 17 Uhr im Lehmbruck Museum in Duisburg statt und hatte zum Ziel hat, europäische Museumsexpertise zu vernetzen und gesammelte Erfahrungen über die Grenzen zu tragen. Die internationale Konferenz „ACROSS BORDERS – Grenzen überschreiten“ präsentierte Vermittlungsmodelle aus Italien, Irland, Deutschland und den Niederlanden sowie ein ungewöhnliches Rap-Musikprojekt. Am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit sich inspirieren zu lassen und sich während verschiedener Workshops auszutauschen. Die Veranstaltung richtete sich an alle, die sich beruflich oder privat für künstlerische Ansätze zum Thema Demenz interessieren. Das Lehmbruck Museum in Duisburg engagiert sich seit vielen Jahren auf nationaler und internationaler Ebene für bessere und vielfältigere kulturelle Teilhabeangebote für Menschen mit Demenz. Inzwischen öffnen zahllose deutsche Museen ihre Türen für Besucher mit Orientierungs- und Gedächtnisstörungen, doch auch in anderen Ländern Europas gibt es spannende Vermittlungsansätze.

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Die Workshops im Einzelnen: 

Kunst &Rap / Partizipation von Anfang an 

Beteiligt sein an allem, was uns betrifft und wichtig ist: wer will das nicht? Genau das bleibt Menschen mit demenzieller Verände¬rung aber oft verwehrt. Es hat keine Tradition in unserer Gesellschaft. REMINITENZ ist ein ungewöhnliches Musikprojekt bei dem Partizipation von Anfang an gelungen ist. Zehn ältere Menschen, von denen die meisten mit einer neurodegenerativen bzw. kognitiven Beeinträchtigung leben haben im Projekt ihre Geschichten erzählt, damit sie von dem Musiker Mattan Köster samt musikalischen Begleitern in Rap-Songs übersetzt und anschließend vertont werden konnten. So sind Musikstücke entstanden, die in der Ausdruckweise des RAP authentische Geschichten erzählen. Wie so ein Rap Song entsteht, konnten die Teilnehmer in diesem Workshop gemeinsam mit dem Rapper und Altenpfleger Mattan Köster erfahren. 

Music Movement Museum - Erfahrungen aus dem Marino Marini Museum 

Tanz, Bewegung und Theater sind wiederkehrende Themen in den Arbeiten des Bildhauers Marino Marini. Dies brachte die Vermittler dort auf die Idee, Bewegungen und Musik in der Vermittlungsarbeit mit Menschen mit Demenz zu nutzen. Die Teilnehmer des Workshops erfuhren, welche Elemente die Vermittler im Marini Museum für ihr Programm entwickelten und konnten selber die Interpretation eines Kunstwerks durch Tanz und Bewegung erleben. 

Kunst und Poesie für Menschen mit Demenz im Marino Marini Museum 

Der Workshop stellte die Poesie als eine interessante und fordernde Vermittlungsmethode für Menschen mit Demenz im Museum dar. Basierend auf den Erfahrungen im Marino Marini Museum in Florenz, zeigte der Workshop verschiedene Kommunikationsstrategien, die dort entwickelt wurden, um Menschen mit Demenz und ihre Begleiter mit Hilfe der Poesie an Kunst heranzuführen. Die Poesie beinhaltet ein besonders Sprachregister, das dem der beobachteten Kunstwerke nahe kommen kann. Im Workshop wurden die Teilnehmer dazu eingeladen, ein Kunstwerk zu beobachten, gemeinsam dazu ein Gedicht zu schreiben und dazu die Techniken aus dem Marino Marini zu nutzen. 

Neue Teamplayer: Museen & soziale Partner 

Wie funktioniert eine gute Zusammenarbeit zwischen Partnern aus verschiedenen Bereichen, wenn sie künstlerische oder kulturelle Teilhabeangebote für Menschen mit Demenz gemeinsam entwickeln und durchführen wollen? Wie können sie sich gegenseitig bereichern, was können sie voneinander lernen, wo sind die Barrieren in der Zusammenarbeit und wie können Sie überwunden werden? In dem Workshop ging es um Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs, darum, verschiedene Perspektiven einzunehmen und um die gemeinsame Auseinandersetzung. Es wurden Modelle der gelungenen Zusammenarbeit vorgestellt. 

Ein Offenes Atelier für Menschen mit Demenz im Lehmbruck Museum 

Das Offene Atelier ist ein Ort an dem die Teilnehmenden individuell und künstlerisch frei arbeiten. So kann jeder sein individuelles künstlerisches Potential entfalten, weiterentwickeln und seinem persönlichen Ausdrucksbedürfnis folgen. Dies kann im Verlauf der Demenz genutzt werden, wenn die Sprache nicht mehr trägt. Angehörige und professionelle Betreuer können durch gemeinsame künstlerische Arbeit mit den von Demenz betroffenen eher deren Potentiale wahrnehmen, als im Alltag. Dadurch kann sich das innere Bild vom Angehörigen mit Demenz wandeln und weniger von Defiziten geprägt sein. Durch die eigene Künstlerische Arbeit können die Angehörigen in der Atelierzeit aus der Rolle des Begleiters, des immer Verantwortlichen heraustreten. In dem Workshop wurden gemeinsam einige künstlerische Techniken ausprobiert. 

Die Sprache macht den Unterschied 

Der Workshop zielte darauf ab, die Sprache unter die Lupe zu nehmen, die wir verwenden, wenn wir über ältere Menschen oder Menschen mit Demenz sprechen. Das Thema Alter und Demenz wurden als getrennte, aber zusammenhängende Themen betrachtet. Die Sprache sagt viel über unsere Haltungen und unsere Verhaltensweisen, in diesem Workshop gab es die Gelegenheit, dies zu diskutieren und zu ergründen.

Zuletzt geändert: Freitag, 3. November 2017, 20:11