Angebote für Menschen mit Demenz im Lehmbruck Museum


Das erste Vermittlungskonzept für Menschen mit Demenz wurde im Lehmbruck Museum bereits 2006 entwickelt, die erste Führung fand im Januar 2007 statt. Seitdem gehören diese Angebote zum regulären Vermittlungsprogramm des Hauses. Damit ist das Lehmbruck Museum europaweit das erste Museum gewesen mit einer Kunstvermittlung, die sich an den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz orientiert. Von 2012 bis 2015 erforschte eine Studie der Medical School Hamburg MSH in Kooperation mit dem Lehmbruck Museum die Methodik und Didaktik der Vermittlungsstrategien. Sie trägt den Titel: „Entwicklung eines Modells zur kulturellen Teilhabe von Menschenmit Demenz im Museumsraum“. Das Projekt entwickelte und evaluierte außerdem ein Schulungsprogramm für Kunstvermittler, das dazu beitrug, an vielen Kunstmuseen in Deutschland Angebote für Menschen mit Demenz einzuführen und auszubauen. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Forschungsband publiziert.


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Besuch der Ausstellung “Wiebke Siem”. Foto: Michael Uhlmann


Das Angebot im Lehmbruck Museum umschließt verschiedene Formate für die Zielgruppe: Regelmäßige, öffentliche Führungen für Menschen mit Demenz richten sich im Wesentlichen an Menschen, die in der eigenen Häuslichkeit leben. Für Gruppen sind Führungstermine jederzeit frei buchbar. Die Führungen konzentrieren sich auf die Rezeption von Kunst und beinhalten in der Regel keine praktische Arbeit. Sie knüpfen an den Erfahrungen und Interessen der Besucher an, machen neugierig und ermutigen, die Kunst auf eigene Art und Weise zu entdecken

Alle zwei Wochen findet im Rahmen des Projektes MA&A das OPEN STUDIO statt, ein offenes Atelier-Angebot für Paare jeglicher Konstellation, bei dem vor allem künstlerisch, praktisch gearbeitet wird. Das OPEN STUDIO - das Offene Atelier - ist ein Ort, an dem die Teilnehmer individuell und künstlerisch frei arbeiten können. Es gibt hier genügend Zeit und Raum, um mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. So kann jeder sein individuelles künstlerisches Potential entfalten, weiterentwickeln und seinem persönlichen Ausdrucksbedürfnis folgen


Open Studio
Offenes Atelier. Foto: Michael Hagedorn


Alle Angebote richten sich an Menschen mit allen Formen und Stadien von Demenz und deren Angehörige und professionelle Begleiter, sowohl in der eigenen Häuslichkeit lebend, als auch an Bewohner eines Pflegeheims.

Unter der Leitung des Lehmbruck Museums haben sich 2013 im Ruhrgebiet 11 RuhrKunstMuseen zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie bieten seitdem nach dem Konzept der MSH Studie besondere sinnesorientierte Führungen für Menschen mit Demenz an. Das Projekt „RuhrKunstMuseen sinnlich erleben“ legt besonderen Wert auf den Austausch und die enge Zusammenarbeit mit den sozialen Partnern vor Ort. Es ist Teil des Bundesmodellprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ das von der Bundesregierung und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ins Leben gerufen wurde.

Das Lehmbruck Museum bietet maßgeschneiderte Fortbildungsprogramme und Supervisionen für Museen und Kunstvermittler an.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 18. Mai 2017, 15:35